Visuelles Datenaufzeichnungssystem "VIDAS"

 

Im Labor, im Prüffeld und in den Entwicklungsabteilungen ist oft der Zusammenhang zwischen Bildern, z.B. Videokamera und zugehörigen Meßdaten, z.B. von statischen und dynamischen Meßeinrichtungen von Interesse. Zeichnet man nur die Bilder auf einen Videorecorder auf, geht im allgemeinen der zeitliche Zusammenhang verloren. So können die Bilder im Nachhinein nur schwer wieder mit den zugehörigen Daten synchronisiert werden.
Das bei der Firma COMPULOG, Böblingen entwickelte Bild- und Datenaufzeichnungssystem ermöglicht es, Bilder zusammen mit zugehörigen Daten auf einen Videorecorder aufzuzeichnen und später wieder abzuspielen, wobei die Daten wieder so rekonstruiert werden (auch zeitlich), wie sie aufgenommen worden sind.
Die Bilder werden normalerweise von einer Fernsehkamera (s/w oder farbig) geliefert. Die zugehörigen Daten können über verschiedene übliche Schnittstellen, eingespeist werden.
Realisiert sind z. Zt. serielle und parallele Schnittstellen sowie der sogenannte CAN-Bus. Letzterer hat in der Automobilindustrie bereits in weiten Bereichen Einzug gehalten.
Die eingespeisten Daten werden unmittelbar nach dem Eintreffen mit einem "Zeitstempel" (zeitliche Auflösung ca. 250 µs) versehen und codiert in die zugehörigen Bilder geschrieben. Beides kann dann von einem handelsüblichen Videorecorder aufgezeichnet werden. Die Aufzeichnungsdauer beträgt dabei normalerweise einige Stunden, entsprechend des verwendeten Videosystems. Der verwendete Code hat eine ausreichende Sicherheit, um z.B. auch bei qualitativ nicht so hochwertigen Aufnahme- und / oder Wiedergabegeräten reproduzierbare Daten wiederzugewinnen. Der Benutzer hat außerdem die Möglichkeit, ausgewählte Daten in Klartext mit ins Bild einzublenden. Datum und Uhrzeit können ebenfalls eingeblendet und aufgezeichnet werden.
Beim Abspielen der Bänder werden die Daten wieder decodiert und normalerweise wieder auf den selben Schnittstellen ausgegeben über die sie aufgezeichnet worden sind.
Ein typisches Anwendungsbeispiel für eine solche Aufzeichnung und Wiedergabe findet sich in der Automobilindustrie, wo die Bilder der Versuchsfahrten mit aktuellen Fahrzeugdaten aufgezeichnet werden. Im Labor können dann diese Fahrten beliebig oft mit den dazugehörenden Daten "nachempfunden" werden.
Die Menge der aufzeichenbaren Daten (rechnerabhängig) beträgt z. Zt. ca. 200 byte pro 40ms.